Fred Weinholtz, eine Segelfluglegende wird 90
Geboren am 3. Juni 1926 in Genthin kam Fred Weinholtz im Jahr 1933 zum ersten Mal mit dem Segelflug in Kontakt, fand so zunächst den Weg zum Modellflug und saß mit 14 Jahren zum ersten Mal am Steuerknüppel eines Segelflugzeuges. Nach der Flucht aus der Gefangenschaft am Ende des zweiten Weltkriegs ging er in die Britische Besatzungszone nach Herford, wo er Volksschullehrer in Hiddenhausen wurde und bis heute in Herford sein Zuhause fand.

Nachdem der Segelflug in Deutschland nach dem Krieg lange Jahre verboten war, beteiligte sich Fred ab dem Jahr 1950 nach der Freigabe des Flugbetriebes  durch die Siegermächte aktiv an der Neugründung des Herforder Vereins für Luftfahrt von 1912. Der Segelflug wurde von nun an zur vorherrschenden Aufgabe in seinem Leben. Er diente dem Verein, dessen Vorsitzender er fünf Jahre lang war, als Fluglehrer für den Segel- Motor- und Ultraleichtflug, war über 20 Jahre Vorsitzender der Segelflugschule Oerlinghausen und war Mitglied der Deutschen Segelflugkommission, deren Vorsitz er von 1972 bis 1980 innehatte. Darüber hinaus war er an der Entwicklung der „International Gliding Commission“ beteiligt, zunächst als Vizepräsident, bis 1997 als Sekretär. Der Titel des Ehrensekretärs auf Lebenszeit wurde ihm im Anschluss an seine aktive Zeit von den Mitgliedern verliehen.

1967 verfasste Fred Weinholtz zusammen mit dem zweimaligen Weltmeister Heinz Huth das Buch „Theorie des modernen Streckensegelfluges“, das in einer Auflage von über 40.000 Exemplaren gedruckt und in fünf Sprachen übersetzt wurde.

Die Liste der Einsätze für den Segelflug ließe sich beinahe endlos fortsetzen. Fred Weinholtz nahm an sechs deutschen Meisterschaften teil, war Jurymitglied bei 23 Welt- oder Kontinentalmeisterschaften und begleitete viele Jahre lang als Vorstandsmitglied die Entwicklung des größten Segelflugmuseums der Welt auf der Wasserkuppe. Weinholtz ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und erhielt 1991 die höchste Auszeichnung im Segelflug, die Lilienthal-Medaille der FAI.
"Segelfliegen, das ist mein Leben. Ich will aber nicht darauf warten, bis mir der Fliegerarzt die rote Karte zeigt." Das war Freds Grundsatz, als er zum Ende der Flugsaison 2002 den Steuerknüppel nach mehr als 16.000 Starts, über 6500 Flugstunden und 82.000 zurückgelegten Kilometern aus der Hand legte.
 
Einen Mann mit einem so reichen Erfahrungsschatz in den eigenen Reihen zu haben, erfüllt die Mitglieder des Herforder Vereins für Luftfahrt mit besonderem Stolz. Fred Weinholtz war und ist bis heute ein Vorbild für seine aktiven Fliegerfreunde. Er hat es immer verstanden zu überzeugen, statt zu belehren,  nicht bloß mit Argumenten für seinen Sport zu streiten, sondern immer auch zuzuhören.
Verständnisvolle Autorität gepaart mit oft stillem Wirken im Hintergrund sind Freds vorherrschende Eigenschaften. Er erreichte viel für den Luftsport, ohne viel Aufhebens um seine Person zu machen. Am 3. Juni feierte Fred Weinholtz im kleinen Kreis seiner ehemaligen Nachbarn und einen Tag später mit vielen seiner Weggefährten im Vereinsheim des HVfL im Sportpark Waldfrieden seinen 90. Geburtstag. Alle Mitglieder des Herforder Vereins für Luftfahrt gratulieren herzlich und wünschen Fred noch viele gesunde und aktive Jahre.

Hier der Zeitungsartikel Westfalen-Blatt vom 11/12.06.2016:

H.-Henning Blomeyer
Pressewart des Herforder Vereins für Luftfahrt e.V.
Waldfriedenstraße 72
32049 Herford
Tel. priv. 05221-15897
Mobil 0160-91779281
http://www.hvfl.de